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Aufzeichnungen von Hermann Loges ​​

Als Ende 1927 auf dem Backenberg in Güntersen die „Basaltwerke Niedersachsen“ die Gewinnung von Basalt betrieb, gingen alle Günterser, die im Steinbruch „Grefenburg“ arbeiteten, in ihren Heimatsteinbruch - auch ich. Am 20.12.1927 angefangen (Krieg eingerechnet), war ich dort bis zum 1. Mai 1960, fast 33 Jahre beschäftigt. Als Felsarbeiter habe ich angefangen, 1934 wurde ich nach einer entsprechenden Prüfung vor der Industrie und Handelskammer und dem Gewerbeaufsichtsamt Göttingen als Bruch und Sprengmeister zugelassen.

Hermann Loges als Bruchmeister 1934 

Die Entlohnung des Steinbrucharbeiters glich sich so nach und nach der Schwere der Arbeit an. Der 1. Mai wurde 1933 das erste Mal gesetzlicher Feiertag! Damit wurden folgende Verbesserungen für die Steinarbeiter eingeführt:

- 12 Tage Urlaub im Jahr, bislang nichts! 

- ab 3. Kind Kindergeld, bisher nur für Beamte

 - bei Eheschließung 1000, - DM, bisher nichts! 

- alle Feiertage wurden bezahlt, bisher nichts! 

- Krankengeld vom 1. Tag an, bisher ab 4. Tag!

Gedenkfeier zum 1. Mai 1933 

Das Aufmachen von Steinbrüchen wandelte die Struktur des dörflichen Zusammenlebens. Der Backenberg benötigte 160 – 180 Arbeiter, die Folge, Knechte liefen den Bauern davon, um im Steinbruch ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Vorteile: geregelte Arbeit, 8 Stunden täglich, somit viel Freizeit! Keine Sonntagsarbeit! Die Entlohnung weitaus höher! Das wichtigste aber, die totale Unterordnung unter der „Bauernknute“ war schlagartig dahin! Die Steinbrucharbeiter organisierten sich im „Deutschen – Steinarbeiter - Verband“. (Hermann Loges) 

Die hier zitierten Betrachtungen und Aufzeichnungen von H. Loges müssen im zeitgeschichtlichem Zusammenhang gesehen werden. Die Gewerkschaften wurden 1933 deutschlandweit aufgelöst, die Neugründung von Arbeiter-Organisationen wurde verboten, das Streik- und Beschwerderecht wurde abgeschafft.

Gruppenbild von 1936 

​Beladen der Steinbruchbahn​